<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>doink.ch</title>
	<atom:link href="http://www.doink.ch/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.doink.ch</link>
	<description>selbstgespräche eines doktoranden in germanischer linguistik</description>
	<lastBuildDate>Sat, 13 Feb 2010 21:37:50 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.6</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>welcome to html5</title>
		<link>http://www.doink.ch/welcome-to-html5/</link>
		<comments>http://www.doink.ch/welcome-to-html5/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 21:34:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>luzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[geeky]]></category>
		<category><![CDATA[webdesign]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.doink.ch/?p=999</guid>
		<description><![CDATA[
Your browser doesn't support embedded frames :( follow this link: boxy

note: this will work only on very modern browsers (latest firefox, opera, safari). it will work partially on chrome (no audio), and it will not work at all on internet explorer.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://www.doink.ch/boxy/index.html" width="420" height="280" name="boxy" scrolling="no" frameborder="no"></p>
<p>Your browser doesn't support embedded frames :( follow this link: <a href="http://www.doink.ch/boxy/index.html">boxy</a></p>
<p></iframe></p>
<p><em>note</em>: this will work only on very modern browsers (latest firefox, opera, safari). it will work partially on chrome (no audio), and it will not work at all on internet explorer.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.doink.ch/welcome-to-html5/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>microsoft&#039;s miese geschäftspraktiken</title>
		<link>http://www.doink.ch/microsofts-miese-geschaftspraktiken/</link>
		<comments>http://www.doink.ch/microsofts-miese-geschaftspraktiken/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 20:37:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>luzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[free software]]></category>
		<category><![CDATA[geeky]]></category>
		<category><![CDATA[linux]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.doink.ch/?p=744</guid>
		<description><![CDATA[microsoft hat eine monopolstellung im bereich von betriebssystemen für desktop computer (microsoft windows) und office anwendungen (microsoft office), und ist in den letzten zwei jahrzehnten insbesondere dank diesen zwei produkten zu einem gigantischen grosskonzern mit einem börsenwert von aktuell 246.13 Mrd. USD und ca. 93.000 Mitarbeitern angewachsen. es ist absolut kein geheimnis, aber leider dennoch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>microsoft hat eine monopolstellung im bereich von betriebssystemen für desktop computer (microsoft windows) und office anwendungen (microsoft office), und ist in den letzten zwei jahrzehnten insbesondere dank diesen zwei produkten zu einem gigantischen grosskonzern mit einem <a href="http://www.cash.ch/boerse/kursinfo/fullquote/Microsoft/951692/537/333">börsenwert von aktuell 246.13 Mrd. USD</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft">ca. 93.000 Mitarbeitern</a> angewachsen. es ist absolut kein geheimnis, aber leider dennoch vielerorts nicht bekannt genug, dass microsoft seit vielen jahren fiese und teilweise sogar illegale geschäftspraktiken anwendet, um ihr software-imperium aufzubauen und zu erhalten. die wichtigsten informationen dazu habe ich hier kurz zusammengefasst, wobei ich technische details so weit es ging ausgeblendet habe, damit sich auch technisch nicht-interessierte schnell eine meinung bilden können. meiner meinung nach sollte sich jeder, der microsoft-software verwendet, über die folgenden punkte im klaren sein.</p>
<p>anmerkung: einige der brisanteren informationen stammen aus internen, eigentlich geheimen microsoft-emails, die im rahmen einer gerichtsverhandlung (<a href="http://www.pcmag.com/article2/0,2817,2070989,00.asp">comes vs. microsoft litigation</a>) ans licht gekommen sind.</p>
<ul>
<li><strong>microsoft wurde wiederholt und in ganz verschiedenen ländern der welt wegen missbrauch seiner monopolstellung gerichtlich verurteilt</strong>. so benutzten sie z.B. ihre monopolstellung im betriebssystemmarkt, um ihre vormacht im bereich der webbrowser zu erhalten (der konkurrent <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Netscape_Communications">netscape</a> wurde so zerquetscht, wofür microsoft im nachhinein kartellrechtlich <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_v._Microsoft">verurteilt</a> wurde). allein in europa hat microsoft wegen derartiger vergehen durch die wettbewerbskommission der EU eine absolut rekordverdächtige <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/eu_microsoft_1.730968.html">bussgeldsumme von 1.68 Milliarden Euro</a> angehäuft. trotzdem ist nicht erkennbar, dass die firma einsichtig wäre: im jahr 2009 musste microsoft wiederum <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/digital/kuenftig_zwoelf_browser_auf_windows_1.4218512.html">von der EU-wettbewerbskommission gezwungen werden</a>, den windows-käufern eine faire wahl des webbrowsers zu ermöglichen.<br />
gerichtsverfahren gab es auch in südkorea (2005, mit millionenbusse) und den USA (ab 1998, endete mit einer “einigung”). der richter im amerikanischen gerichtsverfahren sagte u.a. <a href="http://windowsitpro.com/article/articleid/20269/judge-jackson-exits-microsoft-discrimination-case.html">folgendes</a>:</p>
<blockquote><p>Microsoft executives had "proved, time and time again, to be inaccurate, misleading, evasive, and transparently false. ... Microsoft is a company with an institutional disdain for both the truth and for rules of law that lesser entities must respect. It is also a company whose senior management is not averse to offering specious testimony to support spurious defenses to claims of its wrongdoing."</p></blockquote>
</li>
<li><strong>microsoft ist absichtlich inkompatibel</strong>. statt es den benutzern verschiedener computersysteme einfacher zu machen, daten und dokumente auszutauschen, macht microsoft dies vorsätzlich schwieriger. das gehört zur firmenstrategie: es soll den kunden damit möglichst schwer gemacht werden, zu einem konkurrenten umzusteigen. im fachjargon nennt man dies <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vendor_lock-in">vendor-lockin</a>, also die bindung an einen einzelnen hersteller, und microsoft hat diese technik <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Vendor_lock-in#Microsoft">zur perfektion gebracht</a>. man könnte auch von einer falle sprechen: ist der kunde erst einmal reingetappt, hat er es so schwer, zu einem konkurrenten zu wechseln, dass er fast sicher weiterhin die produkte dieses herstellers kaufen wird. genau so <a href="http://ec.europa.eu/comm/competition/antitrust/cases/decisions/37792/en.pdf">argumentiert ein manager von microsoft</a> 1997 in einem internen memo: windows-applikationen seien so stark mit dem betriebssystem verflochten, dass die kunden enorme kosten hätten, wenn sie auf eine andere software umsteigen möchten.  “es sind diese umstiegskosten”, schreibt er, “die den kunden die geduld geben, trotz all unserer fehler bei windows zu bleiben. [...] um es kurz zu machen: ohne dies [...] wären wir schon lange tot.” (meine übesetzung).<br />
pikanterweise sind es aber nicht nur die von microsoft geschaffenen formate und standards, die sie inkompatibel machen wollen. microsoft versucht auch, gängige und an und für sich betriebssystemunabhängige industriestandards (wie etwa das sogenannte ACPI, das die zusammenarbeit von hard- und software in einem computer regelt) so zu beeinflussen, dass sie nicht mehr richtig mit konkurrenzprodukten zusammenarbeiten. im fall von ACPI geht das zweifelsfrei aus  <a href="http://www.groklaw.net/article.php?story=2010011422570951">einem internen email von bill gates von 1999</a> hervor, wo er vorschlägt, ACPI “Windows specific” zu machen, weil es ihn stört, dass es mit dem freien betriebssystem linux (ein konkurrenzprodukt zu windows), gut zusammenarbeitet.<br />
das heisst im klartext: microsoft arbeitet <em>aktiv darauf hin</em>, dass die welt der computertechnologie weniger kompatibel ist. es ist also <em>in microsofts interesse</em>, wenn du z.B. deine office dateien nicht problemlos mit deinen freunden/bekannten/geschäftspartnern austauschen kannst, sofern diese nicht auch microsoft software einsetzen.
</li>
<li><strong>microsoft kämpft vehement gegen offene, kompatible standards</strong>. es konnte wiederholt beobachtet werden, dass überall dort, wo herstellerübergreifende standards vorgeschlagen werden, die firma alle hebel in gang setzt, um stattdessen ein eigenes, nur von ihnen kontrolliertes format zu etablieren. ein gutes beispiel ist das von microsoft massiv torpedierte offene format <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/OpenDocument">ODF</a>, das mit dem ziel erschaffen wurde, die interoperabilität von office anwendungen zu verbessern. statt sich dieser noblen sache anzuschliessen, erfand die firma lieber ein eigenes, von ihnen kontrolliertes format namens OOXML, das sie gegen ODF positionierten. obwohl es also mit ODF bereits einen herstellerübergreifenden ISO-standard für office dateien gab, erreichten sie es <a href="http://www.grokdoc.net/index.php/EOOXML_objections">trotz guten gegenargumenten</a> und nach einer <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gegner-von-Microsofts-OpenXML-fuer-Abbruch-der-ISO-Standardisierung-171962.html">stark umstrittenen</a> und <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Microsoft-erhaelt-Negativ-Auszeichnung-fuer-OpenXML-Kampagne-181482.html">von vorwürfen von unregelmässigkeiten</a> geprägten wahl, dass auch OOXML als zweiter standard von der ISO akzeptiert wurde. <sup>1</sup><br />
ein weiteres beispiel ist das dateiformat PDF, das sich als äusserst nützliches format für fertig formattierte dokumente einer grossen beliebtheit erfreut. microsoft hat sich aber immer gegen das format gesträubt, und unterstützt es auch heute noch nur sehr halbherzig, weil sie nicht die volle kontrolle darüber haben (es wurde von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adobe_Systems">adobe</a> erschaffen) und es deshalb nicht für ihre unfairen geschäftsmethoden missbrauchen können. </p>
<li><strong>wenn sich plattformübergreifende standards bereits etabliert haben, hat microsoft in der vergangeheit wiederholt versucht, diese mittles einer <em>embrace - extend - extinguish</em> genannten strategie zu unterlaufen</strong>. microsoft nimmt sich innovativer technologien und standards an, erweitert diese so, dass sie nur noch zu ihren eigenen produkten kompatibel sind, und verbreitet diese modifizierten varianten weiter, um den standard / die plattformunabhängigkeit anzugreifen bzw. zu ruinieren. genau so haben sie es bei der programmiersprache java gemacht, womit sie allerdings gescheitert sind, und auch bei den web standards HTML und CSS haben sie so etwas versucht (vgl. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft#Unterlaufen_von_Softwarestandards">hier</a>).
</li>
</li>
<li><strong>es gehört zu microsofts "mission", analysten und moderatoren von gesprächspodien zu kaufen und akademiker durch das zusprechen von forschungsgeldern zu beeinflussen</strong>. dazu <a href="http://www.groklaw.net/articlebasic.php?story=20071023002351958">eine mail</a> aus dem jahr 1997, geschrieben von james plamondon, damals ein hoher angestellter (“technical evangelist”) bei microsoft:<br />
<blockquote><p>“Our mission is to establish Microsoft's platforms as the <em>de facto</em> standards throughout the computer industry.... Working behind the scenes to orchestrate "independent" praise of our technology, and damnation of the enemy's, is a key evangelism function during the Slog [= interne Bezeichnung für eine Art “guerilla marketing”, Anmerkung von doink.ch]. "Independent" analyst's report should be issued, praising your technology and damning the competitors (or ignoring them). "Independent" consultants should write columns and articles, give conference presentations and moderate stacked panels, all on our behalf [...]. "Independent" academic sources should be cultivated and quoted (and research money granted). "Independent" courseware providers should start profiting from their early involvement in our technology. Every possible source of leverage should be sought and turned to our advantage.”</p></blockquote>
</li>
<li><strong>microsoft ist nicht im wettberwerb mit seinen konkurrenten, sondern im krieg mit seinen feinden</strong>. ich zitiere dazu wiederum <a href="http://www.groklaw.net/articlebasic.php?story=20071023002351958">aus einem internen dokument</a> (titel beachten!):<br />
<blockquote><p>
<em>Evangelism Is War</em></p>
<p>Our mission is to establish Microsoft's platforms as the <em>de facto</em> standards throughout the computer industry. Our enemies are the vendors of platforms that compete with ours: Netscape, Sun, IBM, Oracle, Lotus, etc. The field of battle is the software industry. Success is measured in shipping applications. Every line of code that is written to our standards is a small victory; every line of code that is written to any other standard, is a small defeat. Total victory, for DRG, is the universal adoption of our standards by developers, as this is an important step towards total victory for Microsoft itself: 'A computer on every desk and in every home, running Microsoft software.'”</p></blockquote>
</li>
<li><strong>microsoft geschäftet absolut skrupellos, selbst wenn es um humanitäre projekte geht</strong>. das vom informatikprofessor <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Nicholas_Negroponte">negroponte</a> gestartete <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/OLPC_XO-1">one laptop per child</a>-projekt, bei dem es darum geht, kindern in entwicklungsländern zu bildungszwecken einen extrem kleinen, billigen computer zur verfügung zu stellen, sollte ursprünglich ausschliesslich mit open source software (linux) laufen. doch wie aus <a href="http://groklaw.net/staticpages/index.php?page=ComesExhN04">internen emails</a> hervorgeht, waren microsoft alle mittel recht, um das offene betriebssystem auf den prestigeträchtigen OLPC-computern durch microsoft-software zu verdrängen. sie schreckten nicht einmal davor zurück, dem projektleiter negroponte eine summe von $10-30 Mio. USD für den ausbau des forschungslabors an seiner universität anzubieten, damit er auf die linie von microsoft umschwenke. resultat: das <a href="http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/OLPC-arbeitet-mit-Microsoft-an-Dual-Boot-PC">OLPC arbeitet nun eng mit microsoft zusammen</a>, damit auch windows auf dem gerät laufen könne.
</li>
<li><strong>microsoft benutzt software-patente als waffen</strong>. im bereits oben genannten email von bill gates spricht er von der möglichkeit, software-patente zu benutzen, um konkurrenzsoftware zu benachteiligen. <a href="http://groklaw.net/staticpages/index.php?page=ComesExhN04">software-patente</a> sind an und für sich sehr umstritten und viele leute (inkl. ich) meinen, es sollten überhaupt keine patente auf software vergeben werden. die enorme grösse und die finanziellen mittel des konzerns machen es für kleinere konkurrenten extrem schwierig, sich gegen patentansprüche von microsoft zu wehren. der derzeitige microsoft-chef ballmer lässt keine gelegenheit verstreichen, ohne zu <a href="http://www.linux-watch.com/news/NS3513440381.html">betonen</a>, dass sie die sogenannte “patent-keule” gegen ihre konkurrenten und insbesondere auch gegen open source software einsetzen könn(t)en.
</li>
<li><strong>microsoft macht grossen druck auf pc-verkäufer, damit sie ausschliesslich pcs mit windows ausliefern</strong>. da die pc-verkäufer aufgrund der momentanen vormachtsstellung von windows darauf angewiesen sind, mit microsoft im geschäft zu bleiben, müssen sie sich wohl oder übel dem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Criticism_of_Microsoft#Licensing_agreements">druck</a> fügen und können keine computer mit alternativer software verkaufen. das resultat davon ist, dass es nicht nur für konkurrenten fast unmöglich ist, im markt fuss zu fassen, sondern dass auch noch diejenigen kunden, die kein windows wollen, praktisch gezwungen werden, für windows mitbezahlen -- selbst wenn sie es nach dem erwerb sofort zu löschen gedenken.<sup>2</sup>
<li><strong>es gibt anzeichen dafür, dass microsoft versucht, die open-source szene zu unterwandern/spalten</strong>. das ist schwer zu beweisen, aber einiges deutet darauf hin, z.b. dass microsoft abkommen mit einigen linux-firmen (wie den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Novell#Agreement_with_Microsoft">deal mit novell</a>) abgeschlossen hat, wodurch nun einige linuxnutzer von patentstreitigkeiten geschützt sind, andere jedoch nicht. dies hat zu einigem streit und der bildung von “lagern” in der linux community geführt. ausserdem gibt es seit einer weile starke bestrebungen, die microsoft-programmiersprache c# in linuxdistributionen aufzunehmen, wodurch sich die linux-anbieter einer <a href="http://www.heise.de/open/meldung/Open-Source-Guru-Richard-Stallman-stellt-sich-gegen-Mono-187093.html">gefahr von zukünftigen patentansprüchen</a> von seiten microsofts aussetzen.
</li>
<li><strong>microsoft unterhält 'schwarze listen' von journalisten, die ihnen nicht passen.</strong> auch dies ist aufgrund von internen dokumenten aus gerichtsverhandlungen publik geworden, und mindestens ein journalist behauptet, aufgrund von drohungen von microsoft gegenüber seinem arbeitsgeber <a href="http://www.pcmag.com/article2/0,2817,2325778,00.asp">seinen job verloren</a> zu haben.
</li>
<li><strong>microsoft wirbt mit unlauteren mitteln.</strong> microsoft gibt immer wieder bei “unabhängigen” instituten studien in auftrag, deren resultate die überlegenheit der microsoft-produkte nachweisen sollen. diese von microsoft anschliessend für werbung verwendeten studien waren teilweise derart irreführend/gefälscht, dass sie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Criticism_of_Microsoft#Advertising_and_public_relations">gerichtlich gestoppt</a> werden mussten.</li>
<li><strong>microsoft beschimpft und beleidigt konkurrierende softwareprojekte</strong>. das von microsoft als konkurrenz angesehene freie betriebssystem linux wurde von der obersten führungsetage von microsoft unter anderem als <a href="http://www.theregister.co.uk/2001/06/02/ballmer_linux_is_a_cancer/">krebsgeschwür</a> diffamiert, das andere software “infiziere” (gemeint war das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Copyleft">copyleft</a>-prinzip der von linux genutzten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/GNU_General_Public_License">GPL</a>-lizenz), und es sei ausserdem <a href="http://www.theregister.co.uk/2000/07/31/ms_ballmer_linux_is_communism/">kommunistisch</a> (was zweifelsfrei abwertend gemeint war). der ms-gründer bill gates bezeichnet den kampf gegen linux sogar als <a href="http://groklaw.net/staticpages/index.php?page=ComesExhN04">jihad</a>.
</li>
<li><strong>microsoft verstösst in china gegen die menschenrechte.</strong> zusammen mit anderen technologiefirmen wie yahoo, aber im gegensatz zu google, ist microsoft <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Microsoft-will-in-China-bleiben-905469.html">weiterhin daran beteiligt</a>, in china zugunsten ihres firmenprofites gegen das menschenrecht der freien meinungsäusserung zu verstossen. sie kommen den wünschen der pekinger regierung nach, regierungskritische, für demokratie werbende internetseiten zu zensieren.</li>
<li><strong>microsoft hat die finger tief in der politik drin</strong>. der grosskonzern gibt enorme summen aus, um politiker zu beeinflussen: zwischen 2007 und 2009 gab die firma <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-Google-pumpt-mehr-Geld-in-Lobby-Arbeit-915488.html">jährlich zwischen $6.7 und $9 Mio. USD</a> für lobbying in washington aus. das sind wohlgemerkt nur die offiziell deklarierten beträge, und betreffen nur die ausgaben in washington DC. <strong>sogar in der schweiz</strong> hat microsoft die finger drin: 2008 wurde die position des schweizerischen preisüberwachers neu besetzt, zu dessen aufgaben u.a. die überwachung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Preis%C3%BCberwacher#Preis.C3.BCberwachung_als_Schutz_vor_Missbrauch">marktmächtigen unternehmen und kartellen</a> gehört. und wer bekam die stelle? just ein mann, der bis anhin <a href="http://www.ch-open.ch/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung080619.html">manager bei microsoft</a> war - notabene einer firma, die wegen wiederholtem monopolmissbrauchs weltweit zu rekordbussen verurteilt worden ist.
</li>
</ol>
<p><strong>links</strong><br />
<a href="http://www.linuxfueralle.de/windows/">linux für alle - warum nicht windows</a><br />
<a href="http://www.groklaw.net">groklaw</a> - insiderinformationen u.a. zu microsofts gerichtsverfahren<br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Criticism_of_Microsoft">wikipedia - criticism of microsoft</a><br />
<a href="www.odfalliance.org/resources/ODF_Gov.pdf">the importance of open file formats</a><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Software">wikipedia - freie software</a><br />
<a href="http://www.fsfe.org/index.de.html">free software foundation (europe)</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_744" class="footnote">OOXML ist damit zwar auch ein offenes format, doch sollte man bedenken, dass es microsoft nur deshalb offengelegt hat, weil es mittlerweile von zahlreichen regierungen auf der welt vorgeschrieben ist, dass amtliche dokumente in einem offenen format gespeichert werden müssen, wodurch microsoft quasi gezwungen wurde, nicht länger auf ein proprietäres format zu setzen. andernfalls hätten sie keine office software mehr an regierungen verkaufen können.</li><li id="footnote_1_744" class="footnote">löbliche ausnahme ist die firma dell, die sich seit kurzem <a href="http://www1.euro.dell.com/content/topics/topic.aspx/emea/segments/gen/client/de/ubuntu_landing?c=de&#038;l=de&#038;cs=dedhs1">nicht mehr länger von microsoft in die knie zwingen </a> lässt.</li></ol>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.doink.ch/microsofts-miese-geschaftspraktiken/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>a warning about &quot;alphascript publishing&quot; and &quot;betascript publishing&quot;</title>
		<link>http://www.doink.ch/a-warning-about-alphascript-publishing-and-betascript-publishing/</link>
		<comments>http://www.doink.ch/a-warning-about-alphascript-publishing-and-betascript-publishing/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 12:39:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>luzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[copyright]]></category>
		<category><![CDATA[wikipedia]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.doink.ch/?p=724</guid>
		<description><![CDATA[i stumbled upon two seemingly identical publishing companies calling themselves "alphascript publishing" and "betascript publishing" (sometimes spelt "publishers" instead of "publishing"). they are churning out vast amounts of books on a very wide range of topics. on their webpage, they describe themselves as "one of the leading publishing houses of academic research", producing "more than [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>i stumbled upon two seemingly identical publishing companies calling themselves "alphascript publishing" and "betascript publishing" (sometimes spelt "publishers" instead of "publishing"). they are churning out vast amounts of books on a very wide range of topics. on their webpage, they describe themselves as "one of the leading publishing houses of academic research", producing "more than 10,000 new titles". they "specialize in publishing copyleft projects", and they do so "at no cost to our authors". </p>
<p>now that description is not dishonest, strictly speaking, but it's <em>very</em> misleading, and i'd even go as far as to call it deceptive. what these people actually do is to copy a selection of wikipedia articles, put a nice image on the cover, and sell it to clueless readers for exorbitant prices.</p>
<p>because of the licensing of wikipedia articles, this is in fact legal. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Copyleft">copyleft</a> essentially guarantees the right to use the material as you please, including commercially. but the way in which they do this, and especially the way in which they are presenting themselves on their homepage, seems just wrong. in the product descriptions, for example, they don't mention wikipedia at all (cf. <a href="http://www.buch.ch/shop/bch_start_startseite/suchartikel/old_norse/frederic_p_miller/EAN9786130087968/ID18500012.html?jumpId=9389102">this</a>). it seems pretty clear to me that their intention is to fool unsuspecting readers, counting on the fact that people will go ahead and order the books not being aware that they are paying a lot of money for something they could have gotten for free (and probably in a more up-to-date version) on wikipedia. </p>
<p>so: don't buy books by these dubious publishers!</p>
<p><strong>links</strong><br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikipedia_Signpost/2009-08-17/News_and_notes#Alphascript_Publishing_sells_free_articles_as_expensive_books"> WikipediaSignpost 2009-08-17: Alphascript Publishing sells free articles as expensive books</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.doink.ch/a-warning-about-alphascript-publishing-and-betascript-publishing/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>an X11 keyboard layout for scholars of old germanic</title>
		<link>http://www.doink.ch/an-x11-keyboard-layout-for-scholars-of-old-germanic/</link>
		<comments>http://www.doink.ch/an-x11-keyboard-layout-for-scholars-of-old-germanic/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 19:05:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>luzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[diss]]></category>
		<category><![CDATA[how-to]]></category>
		<category><![CDATA[linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[linux]]></category>
		<category><![CDATA[uni]]></category>
		<category><![CDATA[vgs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.doink.ch/?p=626</guid>
		<description><![CDATA[as an historical linguist dealing with old germanic languages, i need a convenient way to input special characters on my computer. since I want to be able to use these characters across all my applications (text editor, office suite, email-client, browser), a per-application solution is not a good idea. a better approach is to change [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>as an historical linguist dealing with old germanic languages, i need a convenient way to input special characters on my computer. since I want to be able to use these characters across all my applications (text editor, office suite, email-client, browser), a per-application solution is not a good idea. a better approach is to change the keyboard layout <em>system wide</em>. luckily, this can be achieved easily on a linux system by customizing one of the predefined X11 keyboard layouts. in my case, i came to the conclusion that it was best to modify the existing keyboard layout definition for us-english (called “us”) by adding a new “layout variant“, which i decided to call “altgr-gmc”. as you can see, every key is bound to four different characters. the characters on the right side of every key can be accessed by using AltGr (bottom right) and AltGr+SHIFT (top right) as modifiers.</p>
<p>here's what i came up with (click for a larger image):<br />
<a href="http://www.doink.ch/altgr-gmc.png"><img title="altgr-gmc" src="http://www.doink.ch/altgr-gmc.png" alt="altgr-gmc keyboard layout" width="500" height="166" /></a></p>
<p>the distribution of characters across the keyboard is somewhat arbitrary, though i tried to keep compatibility to “altgr-intl” if possible, and i strived to make the rest as intuitive as possible (<em>r</em>-sounds on the <em>r</em>-button, combining diacritical mark for a stroke below on the hyphen-button, since it sort of looks like a little rotated hyphen etc.).</p>
<p>if you want to give it a try, follow these instructions (root permissions required for all steps):</p>
<ol>
<li><strong>adding the new layout variant</strong><br />
open the file <span class="tt">/usr/share/X11/xkb/symbols/us</span> and append <a href="http://www.doink.ch/altgr-gmc.html">these lines</a> at the end of it.</li>
<li><strong>enabling it in X11</strong><br />
edit <span class="tt">/usr/share/X11/xkb/rules/evdev.xml</span> and add the following lines at a suitable position (e.g. after the entry for “altgr-intl”):</p>
<pre class="code"><code>        &lt;variant&gt;
          &lt;configItem&gt;
            &lt;name&gt;altgr-gmc&lt;/name&gt;
            &lt;description&gt;for Old Germanic&lt;/description&gt;
            &lt;languageList&gt;&lt;iso639Id&gt;eng&lt;/iso639Id&gt;
                          &lt;iso639Id&gt;fra&lt;/iso639Id&gt;
                          &lt;iso639Id&gt;ger&lt;/iso639Id&gt;&lt;/languageList&gt;
          &lt;/configItem&gt;
        &lt;/variant&gt;</code></pre>
<p>you may also want to make a corresponding change in <span class="tt">/usr/share/X11/xkb/rules/evdev.lst</span> for consistency's sake (it doesn't seem to be required).</li>
<li><strong>setting it as system default</strong><br />
open <span class="tt">/etc/default/console-setup</span> and set <span class="tt">XKBVARIANT</span> to <span class="tt">"altgr-gmc"</span>. make sure that the variable <span class="tt">XKBLAYOUT</span> points to the file that you modified in step 1 (<span class="tt">"us"</span>)</li>
<li><strong>restart your computer</strong></li>
</ol>
<p>(this was all done on a xubuntu 9.10 system. should also work on any other recent ubuntu installation.)</p>
<p>a few problems remain, mostly related to the handling of combining diacritical marks. contrary to my initial plans, i ended up refraining from the use of “dead keys” in favour of using combining diacritical marks throughout. this happened for consistency's sake. in general, i prefer to use precomposed characters (which is what the “dead keys” give you), but since precomposed characters are not available for all the desired combinations, it's unavoidable to use combining diacritical marks in some cases, and because of that it seemed better to me to use the latter throughout. of course it would be best to have a “fall back strategy”, so that precomposed characters will be used whenever possible, and combining diacritical marks elsewhere. such a solution doesn't seem possible currently, however, since you can only use a key <em>either</em> as a “dead key” (which will give you no character at all in the case that you choose an unavailable combination) <em>or</em> to have it produce a combining diacritical mark.</p>
<p>a second thing that's been irritating me is that the handling of combining diacritical marks seems to be very inconsistent across applications and fonts. strangely, changing the <em>font</em> of my text editor does not only change the way the marks are displayed in the editor window (sometimes combined, sometimes simply next to each other), but it can also (in some cases) change the order in which i need to input the base letter and the modifier: depending on the current font, i sometimes have to type the diacritical mark <em>before</em> and sometimes <em>after</em> the letter i want to modify... isn't that odd? </p>
<p>another issue is that stacking diacritical marks is messy. often, the marks will end up being superimposed on each other instead of being stacked. it's basically a matter of trial and error to see what will work and what won't :(</p>
<p>so here's a sample of what you can do with “altgr-gmc”, including some fancy (but not always neatly typeset) stacked diacritical marks: </p>
<p><a href="http://www.doink.ch/altgr-gmc-sample.png"><img title="altgr-gmc-sample" src="http://www.doink.ch/altgr-gmc-sample.png" alt="altgr-gmc-sample" width="359" height="96" /></a></p>
<p><strong>links:</strong><br />
<a href="http://people.uleth.ca/~daniel.odonnell/Blog/custom-keyboard-in-linuxx11">http://people.uleth.ca/~daniel.odonnell/Blog/custom-keyboard-in-linuxx11</a><br />
<a href="http://www.mufi.info/">http://www.mufi.info/ Medieval Unicode Font Initiative</a><br />
<a href="http://unicode.org/charts/">http://unicode.org/charts/</a><br />
<a href="http://unicode-search.net">http://unicode-search.net</a><br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Unicode">http://en.wikipedia.org/wiki/Unicode</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.doink.ch/an-x11-keyboard-layout-for-scholars-of-old-germanic/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>sprachwandel</title>
		<link>http://www.doink.ch/sprachwandel/</link>
		<comments>http://www.doink.ch/sprachwandel/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 12:50:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>luzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[vgs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.doink.ch/?p=602</guid>
		<description><![CDATA[diese woche habe ich einen vortrag von george dunkel über 'evolution in der sprache' gehört. ein zentraler punkt war, wie man sich denken kann, das phänomen sprachwandel, und dunkel sprach bei der suche nach ursachen in erster linie von prestige. er argumentierte, man beginne, anders zu sprechen, weil man cool klingen wolle; die motivation sei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>diese woche habe ich einen vortrag von george dunkel über 'evolution in der sprache' gehört. ein zentraler punkt war, wie man sich denken kann, das phänomen sprachwandel, und dunkel sprach bei der suche nach ursachen in erster linie von <em>prestige</em>. er argumentierte, man beginne, anders zu sprechen, weil man cool klingen wolle; die motivation sei im wesentlichen dieselbe wie wenn man sich neue jeans oder ohrringe zulege. von prestige sprechen auch viele lehrbücher, wenn sie sprachwandel behandeln. weitere faktoren, welche in solchen einführungsbüchern zur sprachgeschichte gerne genannt werden, sind: sprachökonomie (ziel: effizienteres sprechen), neubildungen aufgrund von innovationen (neue sachen brauchen neue namen), mehr oder weniger zufällige variation. manche forscher machen ausserdem “außersprachliche[] Faktoren” verantwortlich (von polenz zitiert nach schmid 2007:11), andere betonen eine finalität (zielgerichtetheit) in der sprachentwicklung (coseriu zitiert nach schmid 2007:11f.). ferner wurde vorgeschlagen, die sprachliche entwicklung als eine “Lösung von Widersprüchen im Sprachsystem und/oder in der sprachlichen Kommunikation” zu sehen (langner zitiert nach schmid 2007:14).</p>
<p>nun möchte ich diese punkte nicht abstreiten, meine aber doch, dass sie weitgehend an der sache vorbeizielen. prestige, sprachökonomie, neubezeichnungen aufgrund von innovationen etc. spielen sicherlich eine rolle, aber m.e. nur eine untergeordnete. wie ich mir die ursachen des sprachwandels selber vorstelle, ist im folgenden diagramm ersichtlich.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://www.doink.ch/sprachwandel.pdf"><img alt="sprachwandel" src="http://www.doink.ch/sprachwandel_thumb.png" title="sprachwandel" width="400" height="283" /></a><p class="wp-caption-text"><em>ursachen für sprachwandel</em></p></div>
<p>der entscheidende punkt ist also, dass die sprache ein arbiträrer code ist, der täglich millionenfach für die codierung und decodierung von äusserungen verwendet wird. dabei passieren notwendigerweise eine menge fehler, sowohl beim sprechen (codieren) wie auch - und dies halte ich für besonders wichtig - beim hören (decodieren). da ein hörer sich nicht bewusst ist, dass er etwas missverstanden hat, wird er seine interpretation als korrekten sprachgebrauch auffassen und so weiterverwenden -  so entsteht neuer sprachgebrauch. der zentrale motor des sprachwandels ist also die <em>reanalyse und neuinterpretation</em> von sprachlichen äusserungen im kopf des hörers. sprachwandel kann somit m.e. am besten als die <em>konventionalisierung von sprachlichen fehlern und missverständnissen</em> beschrieben werden.</p>
<p><strong>referenz</strong><br />
schmidt, w.: <em>geschichte der deutschen sprache</em>. stuttgart, 2007</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.doink.ch/sprachwandel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>harsdörffers lehralphabet</title>
		<link>http://www.doink.ch/harsdorffers-lehralphabet/</link>
		<comments>http://www.doink.ch/harsdorffers-lehralphabet/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 11:53:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>luzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[schriftsysteme]]></category>
		<category><![CDATA[uni]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.doink.ch/?p=574</guid>
		<description><![CDATA[bei der obigen abbildung handelt es sich um ein lehralphabet, dass aus den schriften des nürnberger dichters harsdörffer stammt und auf die mitte des 17. jh. zurückgeht. die idee ist es, das lernen der buchstaben zu erleichtern, indem man sich jeweils ein schlüsselwort einprägt, so dass die durch dieses wort bezeichnete sache (gegenstand/tier) von der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.doink.ch/lehralphabet.jpg"><img alt="georg philipp harsdörffer, frauenzimmer gesprächspiele V, 1644-49, S. 180-182." src="http://www.doink.ch/lehralphabet.jpg" title="lehralphabet" width="460" height="604" /></a><p class="wp-caption-text"><em>georg philipp harsdörffer, frauenzimmer gesprächspiele V, 1644-49, S. 180-182. (bild und kommentar bei: hundt 2000:227)</em></p></div>
<p>bei der obigen abbildung handelt es sich um ein lehralphabet, dass aus den schriften des nürnberger dichters <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harsd%C3%B6rffer">harsdörffer</a> stammt und auf die mitte des 17. jh. zurückgeht. die idee ist es, das lernen der buchstaben zu erleichtern, indem man sich jeweils ein schlüsselwort einprägt, so dass die durch dieses wort bezeichnete sache (gegenstand/tier) von der form her an den zu lernenden buchstaben erinnert. für das <em>w</em> merkt man sich beispielsweise das wort <em>wurm</em>, und wenn man sich dann das geringelte tier vor dem geistigen auge vorstellt, erinnert man sich, wie der buchstabe &lt;W&gt; auszusehen habe. genauso funktioniert es mit einem <em>aal</em> für das &lt;A&gt;, mit einem <em>gedärme</em> für das &lt;G&gt; usw. </p>
<p>das zugrundliegende prinzip, nach dem jedem schriftzeichen ein mit diesem zeichen beginnender ‘name’ zugeordnet wird, nennt man das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Akrophonie">akrophonische</a> prinzip. es ist seit langer zeit ein bewährtes didaktisches hilfsmittel und war u.a. schon den germanen eine mnemotechnische stütze, um die runenzeichen zu memorisieren (ᚠ <strong>f</strong>: , *<em>fehu</em> ‘vieh, besitz’;  ᚢ <strong>u</strong>: *<em>ūruz</em> ‘auerochse’ usw.).</p>
<p>interessant ist nun, dass es genau dieses akrophonische prinzip war, das in der geschichte der schrift überhaupt erst zur ausbildung von buchstaben geführt hat. aller anfang von schrift war zunächst piktographisch; kleine ‘zeichnungen’ von gegenständen sollten die dinge repräsentieren, die mit ihnen gemeint waren, im stil einer bilderschrift. als zweiter schritt fand ein übergang zu einem ikonographischem system statt, indem die zeichen abstrakter, stärker konventionalisiert, und damit <em>sprachgebunden</em> wurden. dies lässt sich einerseits an der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Keilschriften.png">entwicklung der keilschrift</a>, andererseits an der ägyptischen hieroglyphenschrift (abbildung unten) gut nachvollziehen. war dieser zustand einmal erreicht, konnten die zeichen auch einen lautwert erhalten, indem sie - eben nach dem akrophonischen prinzip - für den <em>anfangslaut</em> des bezeichneten wortes stehen konnten. das resultat waren buchstaben mit lautwerten, wie wir sie uns heute gewohnt sind.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://www.doink.ch/hieroglyphen.jpg"><img alt="entwicklung der hieroglyphenschrift" src="http://www.doink.ch/hieroglyphen.jpg" title="hieroglyphen" width="400" height="372" /></a><p class="wp-caption-text"><em>entwicklung der hieroglyphenschrift (bildquelle: coulmas 1989:69)</em></p></div>
<p>solche lehralphabete wie dasjenige von hausdörffer stellen also eine art rückkehr zu den ursprüngen der schrift dar, indem eine art “re-piktographisierung” der abstrakt gewordenen buchstabenformen vorgenommen wurde. da die ursprünglichen buchstabennamen längst vergessen waren, erfand man neue, indem man das akrophonische prinzip gewissermassen “rückwärts” anwendete: zu den bereits bestehenden buchstaben erfand man neue ‘namen’ dazu, um den einstmal vorhandenen direkten bezug zwischen zeichenform und gemeinter sache wiederherzustellen.</p>
<p><strong>referenzen</strong><br />
coulmas, f.: <em>the writing systems of the world</em>. oxford 1989.</p>
<p>hundt, markus: <em>"spracharbeit" im 17. jahrhundert: studien zu georg philipp harsdörffer, justus georg schottelius und christian gueintz</em>. berlin 2000.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.doink.ch/harsdorffers-lehralphabet/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>der stein von hogganvik</title>
		<link>http://www.doink.ch/der-stein-von-hogganvik/</link>
		<comments>http://www.doink.ch/der-stein-von-hogganvik/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 12:12:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>luzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[vgs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.doink.ch/?p=550</guid>
		<description><![CDATA[in hogganvik (nähe mandal) im äussersten süden norwegens wurde vor wenigen tagen ein stein mit einer runeninschrift im älteren futhark entdeckt. mit 63 zeichen gehört sie zu den längsten inschriften aus dieser periode; nur noch der stein von tune hat eine vergleichbare länge. anzeichen dafür, dass es sich um eine fälschung handeln könnte (was man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>in hogganvik (nähe <a href="http://maps.google.com/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=en&#038;geocode=&#038;q=mandal&#038;sll=59.761663,9.896899&#038;sspn=3.630597,9.876709&#038;ie=UTF8&#038;hq=&#038;hnear=Mandal,+Norway&#038;ll=58.594024,7.860718&#038;spn=1.877929,4.938354&#038;t=p&#038;z=8">mandal</a>) im äussersten süden norwegens wurde vor wenigen tagen ein stein mit einer runeninschrift im älteren futhark entdeckt. mit 63 zeichen gehört sie zu den längsten inschriften aus dieser periode; nur noch der stein von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tunestein">tune</a> hat eine vergleichbare länge. anzeichen dafür, dass es sich um eine fälschung handeln könnte (was man stets in betracht ziehen muss), scheint es bisher nicht zu geben. in der presse liest man von einer datierung um 400, was vermutlich rein auf den formen der runenzeichen beruht (vgl. das alte <strong>e</strong> mit gerader verbindung zw. den stäben).</p>
<p>über die lesung wissen wir noch nicht sehr viel. dank einigen <a href="http://s726.photobucket.com/albums/ww262/stylegar/Hogganviksteinen/">aufgetauchten fotos </a> steht aber ausser frage, dass die inschrift aus vier linksläufigen zeilen besteht. die längste steht oben am stein, entlang der kante. zwei der unteren zeilen beginnen mit <strong>ek</strong> ‘ich’. besonders auffällig ist das auftreten einer <strong>p</strong>-rune in der vierten zeile, da diese rune ansonsten in der älteren zeit meines wissens nur in futhark-inschriften vorkommt. das -<em>p</em>- war im germanischen ein ausgesprochen seltener laut.</p>
<p>das bisher beste bild:<br />
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://i726.photobucket.com/albums/ww262/stylegar/Hogganviksteinen/DSC00797.jpg"><img alt="stein von hogganvik, bild: frans-arne stylegar" src="http://i726.photobucket.com/albums/ww262/stylegar/Hogganviksteinen/DSC00797.jpg" title="stein von hogganvik" width="320" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">stein von hogganvik, bild: frans-arne stylegar</p></div></p>
<p>in der zeile 1 lässt sich fast nichts erkennen. die zeile zwei könnte <strong>eknaudigastiR</strong> lauten (was auch in der presse so wiedergegeben wurde), also ‘Ich, Notgast (Personenname)’. in der zeile drei sehe ich <strong>ekeraf...</strong>, in der vierten <strong>aarpaa..</strong>. </p>
<p>das ist aber alles ganz unsicher, und man muss vorerst schlicht und einfach abwarten, bis bessere abbildungen bzw. berichte der norwegischen runologen vorliegen.</p>
<p>updates folgen!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.doink.ch/der-stein-von-hogganvik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>how to read runic inscriptions</title>
		<link>http://www.doink.ch/how-to-read-runic-inscriptions/</link>
		<comments>http://www.doink.ch/how-to-read-runic-inscriptions/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2009 10:41:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>luzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[how-to]]></category>
		<category><![CDATA[linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[vgs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.doink.ch/?p=535</guid>
		<description><![CDATA[
 make yourself comfortable in your living room and drink a bottle of wine (or two)
by the time you finish the wine, you probably had at least one brilliant idea about the meaning of the inscription (which you only had a brief look at on a blurry, black and white photograph) 
flip through some old [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ol>
<li> make yourself comfortable in your living room and drink a bottle of wine (or two)</li>
<li>by the time you finish the wine, you probably had at least one brilliant idea about the meaning of the inscription (which you only had a brief look at on a blurry, black and white photograph) </li>
<li>flip through some old germanic dictionaries looking for words that might fit your interpretation. don't worry if the words don't look like the words in the inscription - you will see how to fix that in the next two steps</li>
<li>make some wild phonological and morphological assumptions required to make the words you want to read look more like what is actually on the stone/object. feel free to use any endings you may find in any of the germanic languages, and combine them with any stem you may seem fit. if you can't find the endings you need, you simply make up new ones and call them "old variants inherited from PIE" (cite some arbitray sanskrit forms to prove that these endings really existed). if you run into chronological problems, simply claim that the archeological dating must be wrong, or rearrange the established chronology of sound laws in any way you please.</li>
<li>make any further assumptions needed for your interpretation. choose from among the following:
<ul>
<li>you may read any single rune as a "begriffsrune", no matter if it stands separately, at the beginning, the end, or even in the middle of a word</li>
<li>don't worry about word boundaries: you may read them as i-runes whenever it suits your needs, declare them as scratches or just ignore them altogether</li>
<li>conveniently, ornaments can always be read as runes and vice versa</li>
<li>feel free to ignore any runes, even if they are clearly visible, add elements (twigs, crooks) to existing runes, or claim that you can see runes, even if there is nothing there on the photograph to justify it. If you are still in need of an additional rune, you can claim that the rune master simply forgot to write it. you may also replace any rune with another one and call it a "misspelling". remember: doubts are best covered up by bold claims!</li>
</ul>
<li>call any remaining parts of the inscription "magical words"</li>
<li>publish!</li>
</ol>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.doink.ch/how-to-read-runic-inscriptions/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>scan: jellinek, geschichte der gotischen sprache, 1926.</title>
		<link>http://www.doink.ch/scan-jellinek-geschichte-der-gotischen-sprache-1926/</link>
		<comments>http://www.doink.ch/scan-jellinek-geschichte-der-gotischen-sprache-1926/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2009 09:47:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>luzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[copyright]]></category>
		<category><![CDATA[linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[uni]]></category>
		<category><![CDATA[vgs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.doink.ch/?p=523</guid>
		<description><![CDATA[max hermann jellinek, bekannter österreichischer germanist und philologe, starb im jahr 1938. wenn man zu seinem todesjahr die urheberrechtsschutzfrist von 70 jahren dazuzählt, landet man beim jahr 2008 - seine publikationen sind also seit letztem jahr gemeinfrei. aus diesem grund kann ich hier einen scan seiner "geschichte der gotischen sprache" legal zum download anbieten:
jellinek, max [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Hermann_Jellinek">max hermann jellinek</a>, bekannter österreichischer germanist und philologe, starb im jahr 1938. wenn man zu seinem todesjahr die urheberrechtsschutzfrist von 70 jahren dazuzählt, landet man beim jahr 2008 - seine publikationen sind also seit letztem jahr gemeinfrei. aus diesem grund kann ich hier einen scan seiner "geschichte der gotischen sprache" legal zum download anbieten:</p>
<blockquote><p><a href="http://www.doink.ch/downloads/jellinek1926_a.pdf">jellinek, max hermann: geschichte der gotischen sprache. berlin, 1926. (S. 1-101)</a><br />
<a href="http://www.doink.ch/downloads/jellinek1926_b.pdf">jellinek, max hermann: geschichte der gotischen sprache. berlin, 1926. (S. 102-209)</a>  </p></blockquote>
<p>und <a href="http://www.zazzle.com/i_download_books_tshirt-235990160895957057">hier</a> gibt es das t-shirt dazu.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.doink.ch/scan-jellinek-geschichte-der-gotischen-sprache-1926/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>how to remove black borders from a PDF</title>
		<link>http://www.doink.ch/how-to-remove-black-borders-from-a-pdf/</link>
		<comments>http://www.doink.ch/how-to-remove-black-borders-from-a-pdf/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 10:47:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>luzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[how-to]]></category>
		<category><![CDATA[linux]]></category>
		<category><![CDATA[uni]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.doink.ch/?p=509</guid>
		<description><![CDATA[our copy machines at the university can scan documents and send them to an email address. how convenient! however, when you scan pages from a book, the page-size will most likely not match the exact size of an A4 paper, resulting in a PDF document that has black borders on the side and/or the bottom. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>our copy machines at the university can scan documents and send them to an email address. how convenient! however, when you scan pages from a book, the page-size will most likely not match the exact size of an A4 paper, resulting in a PDF document that has black borders on the side and/or the bottom. this is bad, because printing these pages later will waste <em>a lot</em> of ink. that's why i've been looking for an easy way to crop PDF documents on linux, and i've finally found out how to do this:</p>
<blockquote><p><strong>pdfcrop --margins '0 0 0 -50' --clip report.pdf</strong></p></blockquote>
<p>this will remove 50 bp from the bottom of every page of the PDF.</p>
<p>on my distro, <em>pdfcrop</em> is provided by the package <strong>'texlive-extra-utils'</strong>, so you'll need to install this if you don't have it already.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.doink.ch/how-to-remove-black-borders-from-a-pdf/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
